FTD-Sammelbesprechung zu „Competitive Intelligence“

Bevor auch die Website der Financial Times Deutschland das Zeitliche segnet, hier nochmal als Reminiszenz der Link auf die freundliche Rezension meines Buchs zum Thema „Competitive Intelligence“, das es dann später sogar auf die Liste der zehn besten Wirtschaftsbücher des Jahres 2006 geschafft hat:

Sein Buch „Competitive Intelligence“ marschiert schnurstracks in die Praxis. Romppel hat es nicht nötig, sein Sujet mit Fachsprech aufzumotzen: Souverän und angenehm unprätentiös zeigt er, worauf es ankommt beim Beobachten der Wettbewerber. Es macht Spaß, ihm dabei zu folgen.

„Exzellente Recherche trifft auf armselige Analyse“ attestiert Romppel den deutschen Unternehmen und widmet konsequenterweise der Analyse das größte Kapitel seines kenntnisreichen und vorbildlich lesbaren Buchs. Geheimdienstlich gezwinkert wird darin überhaupt nicht. Alles ein Missverständnis, das ist Romppels Botschaft.

Bei der Gelegenheit ist mir auch aufgefallen, dass die Financial Times in ihrem Online-Lexikon sogar einen Artikel zu Competitive Intelligence hat, der zwar kurz, aber recht brauchbar ist. Besonders der Hinweis „Competitive intelligence has been largely structured in the past few years. The value of business information has led to the development of specialised consultants“ freut mich, auch wenn sich die Zahl dieser spezialisierten Berater zumindest in Deutschland immer noch im untersten zweistelligen Bereich bewegt…

What makes a good Open Source Intelligence analyst?

The International Relations and Security Network of the Swiss University ETH in Zurich answers this question in an interview with Chris Pallaris, head of i-intelligence in Switzerland. The interview provides an excellent summary of the qualities and skills of intelligence analysts in both business and government intelligence environments – but it is also interesting in the context of the current situation in Germany (where we are about to reform intelligence services following the failure to uncover a series of right-wing terrorist attacks which happened over the last decade).

Chris describes Open Source Intelligence (OSINT) as „information legally derived from publicly available sources“, and shows that, subsequently, we all could profit from better open source intelligence skills, meaning the process of identification of an information need, finding the information, analyzing it, packaging it into a product and disseminating it.

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Open Source Intelligence-Praxis: Recherche mit Social Media

Competitive Intelligence ist von investigativem Journalismus ja nicht so weit entfernt – das Zielpublikum einer CI-Recherche ist in der Regel deutlich kleiner, aber die Tools und Methoden sind oft dieselben.

Es schadet daher nicht, den Empfehlungen zum Thema Nutzung von Social Media in der Recherche zu folgen, die sich auf dem britischen Journalismus-Portal Journalism.co.uk finden. Hier ein paar Ideen aus diesem lesenswerten Artikel, der wiederum auf Hinweisen der Journalisten Malachy Browne, David Wyllie und Colin Meek beruhen.

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Open-Government-Präzedenzfall: „Geheimes“ Gutachten zur Abgeordnetenbestechung jetzt veröffentlicht

netzpolitik.org hat vor ein paar Minuten ein Rechtsgutachten zum Thema „Abgeordnetenbestechung“ veröffentlicht, das 2008 vom Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestags erstellt wurde. Das PDF kann man hier herunterladen. Was diese Aktion zu einem Präzedenzfall machen könnte, ist die Tatsache, dass dieses Gutachten zwar mit Hinweis auf das Informationsfreiheitsgesetz von jedem Bürger angefordert werden kann, seine Veröffentlichung durch Bürger aber durch das Urheberrecht verboten sein soll.

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Sechs Lektionen aus 40 Jahren Intelligence-Analyse

Ein paar Punkte, die das Versagen der Geheimdienste in Deutschland bei der Verhinderung und der Aufklärung der NSU-Morde erklären können, habe ich ja schon angeführt:

  • Es fehlen Standards in der Ausbildung.
  • Eine intelligence community im eigentlichen Wortsinn existiert praktisch nicht, in der ein personeller und ideeller Austausch zwischen den Sphären stattfinden könnte, und
  • die Bunkermentalität einer auf konspirative Methoden fixierten Bürokratie verhindert eine zusammenführende Analyse und damit die Produktion von actionable intelligence.

Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, kommt auch noch ein generelles Unverständnis der Öffentlichkeit über nachrichtendienstliche Arbeitsweisen und Methoden hinzu – der Grad der Empörung verhält sich meist umgekehrt proportional zur Expertise der Kritiker. Was völlig fehlt, ist eine Innensicht, die sich kritisch, aber gleichzeitig konstruktiv mit den Bedingungen dieser Arbeit auseinandersetzt.

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